Erotisch, aber blutleer: Brian De Palmas «Passion»

Erotisch, aber blutleer: Brian De Palmas «Passion»
Christine (Rachel McAdams, l) und Isabelle (Noomi Rapace) kommen sich in «Passion» gefährlich nah. Foto: Ascot Elite Filmverleih (bild: dpa)

Brian De Palma gilt als Thriller- und Actionfilmspezialist. Der US-Regisseur ließ in früheren Filmen wie «Mission: Impossible» oder «Scarface» wenig Langeweile aufkommen. Sein jüngstes Werk «Passion» kann hingegen nicht mehr für viel Spannung sorgen.

Mit seinem aktuellen Film bleibt der 72-Jährige seinem Lieblingsgenre treu: «Passion» erzählt von zwei Frauen, die sich wegen Machtspielen im Job heftig und hinterhältig bekämpfen. Doch auch wenn De Palma mit Noomi Rapace, die mit den Filmen zu Stieg Larssons «Millennium»-Trilogie ihren internationalen Durchbruch feierte, und Rachel McAdams zwei aufstrebende Hollywoodstars für die Hauptrollen gewinnen konnte, so enttäuscht «Passion» doch.

Christine (McAdams, «Midnight in Paris») ist die Chefin von Isabelle (Rapace). Wie gegensätzlich die beiden sind, macht De Palma schnell klar: Christine ist blond, kühl und Karriere besessen; Isabelle dunkelhaarig, etwas naiv und leicht zu manipulieren. Zumindest für einige Zeit. Denn als ihr die Spiele und Tricksereien von Christine zu weit gehen, entscheidet sich Isabelle zurückzuschlagen. Am Rande mit dabei ist die deutsche Schauspielerin Karoline Herfurth («Das Parfum»). Sie hat in der deutsch-französischen Koproduktion, die zu großen Teilen in Berlin spielt, eine Nebenrolle als Assistentin.

Der Filmtitel «Passion» suggeriert Leidenschaft und große, vielleicht zerstörerische Gefühle – zu finden sind sie in De Palmas Werk jedoch nicht. Der Regisseur verbindet den Machtkampf der Frauen zwar mit einer sexuellen Ebene: Isabelle landet mit einem von Christines Liebhabern im Bett und auch zwischen den Protagonistinnen wächst die körperliche Spannung. Allerdings ist bis auf viel nackte Haut wenig zu sehen.

Die beiden Frauencharaktere bleiben seltsam blass und blutleer, die erotische Anziehung wirkt gewollt – und auch die Geschichte bietet wenig Spannung oder überraschende Wendungen. Ein eher schwaches, teils sogar unfreiwillig komisches Werk in De Palmas Oeuvre.

(dpa)

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