Ertrinkenden helfen: Das sollten Retter beachten

Ertrinkenden helfen: Das sollten Retter beachten
DLRG-Rettungsschwimmer demonstrieren die Bergung eines Schwimmers: Retter sollten sich nicht überschätzen - und nicht einfach ins Wasser springen, ohne die richtigen Handgriffe zu kennen. Foto: Carmen Jaspersen (bild: dpa)

Immer wieder ertrinken Menschen in Seen, Teichen oder Flüssen. 2013 kam es in Deutschland auf diese Weise zu 383 Todesopfern. Wer einem Ertrinkenden helfen will, gerät leicht selbst in Gefahr. Retter sollten sich daher an einige Regeln halten.

Laut der aktuellen DLRG-Statistik sind im vergangenen Jahr 383 Menschen ertrunken. Damit ging die Zahl zurück: 2011 kamen in Deutschland insgesamt 410 Menschen beim Schwimmen ums Leben. Erstmals stellten stehende Gewässer wie Seen und Teiche eine größere Gefahr dar als beispielsweise Flüsse: 144 Menschen starben 2012 in stehenden Gewässern, 142 in fließenden.

Droht eine Person zu ertrinken, sollten Anwesende an Land ihre eigene Hilfskraft nicht überschätzen. Es könne gefährlich werden, wenn jemand einfach ins Wasser springt, ohne die richtigen Handgriffe zu kennen. Am sichersten sei, zuerst über 112 den Notruf zu alarmieren, sagt Jörg Jennerjahn von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Gibt es ein Auftriebsmittel in der Nähe, zum Beispiel einen Rettungsring, sollte dieser dem Ertrinkenden zugeworfen werden.

Zurückhaltung ist vor allem angesagt, wenn zwei oder drei Personen im Wasser in eine Notlage geraten: «Schwimmt da ein Einzelner hin, sind schnell vier in Bedrängnis», sagt Jennerjahn, der bei der DLRG das Referat für Ausbildung und Medizin leitet. In dieser Situation gehe der Eigenschutz vor.

Oft sei nur sehr schwer zu erkennen, ob ein Mensch am Ertrinken sei. «Das läuft selten laut ab.» Häufiger sei das sogenannte leise Ertrinken, ausgelöst durch einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Der Körper versinke dann einfach im Wasser. Dann ist es laut Jennerjahn reine Glückssache, ob jemand in genau diesem Moment hinschaut.

Wer ein guter Schwimmer ist und die Tiefe des Gewässers abschätzen kann, darf in einer Notsituation natürlich selbst aktiv werden. Ist die Person im Wasser nur erschöpft, aber noch bei Bewusstsein, sollte sie vorsichtig von hinten angeschwommen werden. «So wird vermieden, dass sich einer an den anderen klammert und ihn hinunterzieht», erklärt Jennerjahn.

Gut sei, beruhigend auf den anderen einzureden und ihm etwas zu geben, woran er sich festhalten kann. Ist kein Rettungsring griffbereit, kann das auch ein Surfbrett oder ein Schlauchboot sein. In jedem Fall sollte die Person so schnell wie möglich an Land gebracht werden.

Ist der Betroffene nicht mehr bei Bewusstsein und möglicherweise schon unter Wasser, wird er am besten an Kopf, Hals oder den Achseln gepackt und in einem Schleppgriff ebenfalls schnell aufs Trockene gebracht. Die Technik lässt sich in speziellen Schwimmkursen lernen.

(dpa)

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