Obstbauern sind trotz Kälte optimistisch

Obstbauern sind trotz Kälte optimistisch
Den Obstbäumen macht der lange Winter wenig aus. Foto: Peter Endig (Bild: dpa)

Blütenpracht ist derzeit Mangelware: Die Obstbäume sind vielerorts mit einer Schneeschicht bedeckt. Der lange Winter muss sich allerdings nicht negativ auf die Ernte auswirken. Die Obstbauern sind zuversichtlich.

Die deutschen Obstbauern blicken trotz der Kälte zum Frühlingsanfang optimistisch auf die bevorstehende Ernte. «Wenn es in den nächsten Wochen wieder wärmer wird, kann die Obsternte in diesem Jahr besonders reich ausfallen», sagt Peter Muß, stellvertretender Geschäftsführer des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer. Auch in Nordbayern sind die Aussichten vielversprechend: «Die besten Obstjahre waren bislang die mit einem langen Winter», sagte Roman Döppler von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG).

Hintergrund sei, dass die Gehölze so länger ihre Ruhe hätten und zudem die Gefahr von Spätfrösten abnehme. Deutlich schwieriger sei es für die Obstbauern, wenn es bereits im März längere Wärmeperioden gebe und dann der Winter im April noch einmal frostig zurückkomme.

Schäden hat die Kälte bislang an Mandelbäumchen in der Südpfalz angerichtet, die bereits Anfang März geblüht hatten. Ein Teil der Blüten sei erfroren, sagte Brigitte Klante, Agrarmeteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Geisenheim im Rheingau. Die anderen Obstbäume hätten die Kälte gut überstanden, denn die Knospen seien noch nicht weit entwickelt. «Entscheidend für eine gute Ernte ist, dass es keinen Frost in der Trieb- und Blühphase gibt», sagte Alexander Müller vom Obsthof in Querfurt. Auch in den Obstplantagen Sachsen-Anhalts herrscht zurzeit noch tiefer Winterschlaf.

Im Alten Land haben Obstbauern die Stämme ihrer Bäume mit weißer Farbe angestrichen. Hintergrund sind große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Dies führe zu Spannungen in der Rinde, die schließlich platze. «Das knallt wie ein Gewehrschuss», sagte Obstbauer Gerd Lefers aus Jork. Sei die Rinde erst einmal gerissen, setzten sich Schadpilze fest und zerstörten den Baum. Durch die Farbe würden die Sonnenstrahlen reflektiert, der Baum werde nicht so heiß.

Ostern unter blühenden Obstbäumen fällt den Experten zufolge in diesem Jahr aus. Auch in Sachsen rechnet der Landesverband Sächsisches Obst mit einer Verzögerung der Blüte. «Wir sind durch die zurückliegenden Jahre auch etwas verwöhnt, weil da Ende März die Bäume zum Teil schon blühten», sagte Geschäftsführer Udo Jentzsch.

Wenn es endlich frühlingshafter und wärmer wird, würden die Bäume jedoch umso schneller blühen, sagte Döppler von der LWG. «Wenn der Winter lang ist, reagieren die Bäume im Frühjahr ruckzuck auf Wärme. Vor allem Frühblüher wie Pfirsich und Aprikose blühen dann schnell.» In milden Regionen von Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen sollen in der zweiten Aprilwoche die ersten Süßkirschen aufblühen.

Wichtig sei, dass es im Anschluss daran warm bleibe. «Wenn wir keine Blütenausfälle haben, gibt es auch keine Ertragsausfälle. Dann verschiebt sich die Ernte in diesem Jahr lediglich etwas nach hinten», sagte Döppler. Die Obstbauern am bayerischen Bodenseeufer hofften vor allem, dass es trockener und wärmer wird, sagte Helmut Jäger, Vorsitzender der Obstregion Bodensee. «Wir sollten unbedingt in die Felder rein – aber dort ist alles noch klatschnass.»

 

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(dpa)

 

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