Kalorien statt Früchte: Aromatisiertes Wasser im Test

Kalorien statt Früchte: Aromatisiertes Wasser im Test
Wer eine echte Fruchtnote in seinem Wasser will, sollte das Erfrischungsgetränk am besten selbst zubereiten - mit Saft aus frischem Obst. Foto: Franziska Koark (bild: dpa)

Echte Früchte? Fehlanzeige! Aromatisiertes Wasser enthält oft nur künstliche Aromen. Das berichtet die Stiftung Warentest, die 25 Wässer in acht Geschmacksrichtungen untersucht hat. Bestnoten erhielt keines der Produkte.

Von den bunten Abbildungen frischer, reifer Früchte auf dem Etikett sollten Verbraucher sich nicht blenden lassen: In aromatisierten Wassersorten finden sich keine echten Fruchtnoten, sondern oft nur Kunstaromen. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift «test» (Ausgabe 5/2013) nach einer Untersuchung von 25 Wässer in acht Geschmacksrichtungen. Die Verpackung suggeriere Verbrauchern, dass das Aroma tatsächlich von Äpfeln, Zitronen und Beeren stamme, sagte «test»-Chefredakteurin Anita Stocker in Berlin bei der Vorstellung der Analyse. «Das ist irreführend: Volle Frucht, nennenswerten Fruchtsaft oder Fruchtmarkt enthält keines der Getränke.»

Verbraucher müssten beim Kleingedruckten schon sehr genau hinsehen, um das zu durchschauen. «Meist ist nicht drin, was draufsteht. Dafür ist aber drin, was nicht draufsteht», kritisierte Stocker. Überwiegend sei bei den Inhaltsstoffen nur «natürliches Aroma» angegeben, ergänzte Birgit Rehlender, Projektleiterin für Lebensmitteluntersuchungen bei der Stiftung Warentest. In diesem Fall müsse der Geschmack aber gar nicht aus dem Apfel stammen, sondern könne aus anderen pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen hergestellt sein.

Anders sieht es aus, wenn als Zutat «Apfelaroma» vermerkt ist: In diesem Fall müsse das Aroma zu 100 Prozent aus der Frucht stammen, bei «natürlichem Apfelaroma» zu mindestens 95 Prozent aus dem Apfel. Bis auf ein Produkt rochen und schmeckten die Wässer Rehlender zufolge auch nicht fruchttypisch und fehlerfrei, sondern überwiegend aromatisiert und nur fruchtähnlich.

Im Hinblick auf Schadstoffe prüften die Warentester speziell fünf Wässer, die Benzoesäure enthalten. Das ist ein Konservierungsmittel, das dazu führen kann, dass das Getränk mit dem krebserzeugenden und keimzellenschädigenden Benzol belastet ist. In einem Produkt fanden sich laut Rehlender 0,6 Mikrogramm Benzol pro Liter. Der für Trinkwasser geltende Grenzwert liegt bei 1 Mikrogramm pro Liter.

Da alle vier Wässer mit Kirschgeschmack im Test in großen Mengen den ähnlich wie Benzoesäure aufgebauten Aromastoff Benzaldehyd enthalten, überprüften die Tester auch diese Produkte auf Benzol. In einem fanden sie die laut Rehlender «völlig inakzeptable Belastung» von drei Mikrogramm. Die Ergebnisse seien jedoch noch nicht endgültig geklärt und weitere Tests nötig. Die Stiftung wolle die endgültigen Daten so schnell wie möglich online veröffentlichen.

Die Gesamtnote «sehr gut» oder «gut» erhielt kein Produkt, nur sechs waren «befriedigend», fünf bekamen ein «mangelhaft». Fast allen war Zucker zugesetzt, am meisten den Getränken mit Erdbeeraroma. Dadurch können bis zu 200 Kalorien pro Liter enthalten sein. Die Preise pro Liter reichen von etwa 33 Cent beim Discounter bis zu circa 1,45 Euro für ein Markenprodukt.

Aromatisiertes Wasser selber machen

Wasser mit echten Fruchtnoten ist im Handumdrehen selbst zubereitet. Verbraucher können zum Beispiel eine Tasse Früchtetee mit einem Liter kaltem Wasser mischen oder einen Schuss Fruchtsaft ins Wasser geben. Auch ein paar Gurkenstücke und Minzeblätter oder einige Zitronenscheiben und etwas Ingwer, die zehn Minuten im Wasser durchziehen, geben Aroma. Ebenfalls schmackhaft ist die Zugabe von Erdbeeren und Basilikum.

 

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Ausführliche Testergebnisse (kostenpflichtig) 

(dpa)

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