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Wirtschaftsverbände treffen Merkel zu Spitzengespräch

Wirtschaftsverbände treffen Merkel zu Spitzengespräch
Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft in München unter anderen Handwerkspräsident Otto Kentzler (l) und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Foto: Peter Kneffel/Archiv (bild: dpa)

Die deutschen Wirtschaftsverbände kommen heute zum alljährlichen Spitzengespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in München zusammen.

Auf der Agenda des Gesprächs, das traditionell auf der Internationalen Handwerksmesse stattfindet, stehen vor allem die Energiewende und die europäische Schuldenkrise. Bereits zur Eröffnung der Messe hatte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, eine gerechtere Lastenverteilung bei der Energiewende angemahnt. Weitere Forderungen wollen die Verbände der Kanzlerin zur Steuer- und Tarifpolitik übermitteln.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte davor, bei der Umsetzung der Energiewende den Standort Deutschland zu schwächen. In der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitag) sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann, die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Unternehmen dürfe nicht gefährdet werden.

«Wollen wir Unternehmen in Deutschland halten, brauchen wir eine sichere, aber auch bezahlbare Energieversorgung», betonte Driftmann. Die Energiewende setze Deutschland unter Erfolgsdruck. «Das Ausland schaut genau hin, ob es gelingt, die deutsche Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen, ohne dass der Industriestandort leidet.»

Handwerkspräsident Kentzler verlangte vom Gewinner der Bundestagswahl eine Aussetzung von Steuererhöhungen. «Nach der Bundestagswahl sollte es ein Belastungsmoratorium geben. Das bedeutet zunächst einmal: Vier Jahre lang keine höheren Steuern und Abgaben», sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Freitag). «Steuererhöhungen sind Gift für unsere Wirtschaft.» Der Staat lebe über seine Verhältnisse. Kentzler verwies darauf, dass ein Handwerksbetrieb, bei dem Einnahmen und Kosten nicht im Lot seien, auch nicht einfach die Preise erhöhen könne, sondern seine Strukturen überdenken müsse.

(dpa)

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